Weg mit den Adjektiven

Viele bunte, schöne, blumige, kreative, fesselnde und faszinierende Adjektive haben schon etwas Reizvolles. Wie ihr aber an meiner Aufzählung vor dem Wort „Adjektive“ schon seht, können zu viele mit der Zeit ganz schön nerven und lenken davon ab, was man eigentlich sagen will.
Also seid ruhig sparsam mit Adjektiven :)
Illustrieren wir das Ganze doch mal. Versetzt euch in eure Küche und stellt euch vor, ihr kocht gerade. Neben euch stehen zwei Salzstreuer und jeweils zwei Behälter mit Pfeffer, Paprika und Knoblauch. Vor euch euer Lieblingsessen, das ihr nun würzen wollt.

Mit einer Prise Salz, Pfeffer, Paprika und Knoblauch schmeckt euer Essen gleich viel besser, doch wenn ihr das ganze Salz, den ganzen Pfeffer, das ganze Paprikapulver und das ganze Knoblauchpulver reinkippen würdet, dann wäre das Essen bestimmt echt eklig.
.
Ein bisschen von den Gewürzen macht das Essen also besser, zu viel verdirbt es.

Mit den Adjektiven ist es dasselbe. Einige wenige können den Text verbessern und schöner machen, doch wenn ihr zu viele auf einmal benutzt, dann macht das euren Text kaputt.

Ich zeige euch das Ganze nochmal an einem Satz aus einer meiner Geschichten. Der von Adjektiven verunstaltete Satz lautet folgendermaßen:

„Vorsichtig, zaghaft und leise schob sie den dünnen sonnengelben Stoff beiseite, öffnete das große knarzende Fenster und kletterte gelenkig und geübt nach draußen.“

Und das ist der Satz, in dem ich sparsamer mit Adjektiven war:

„Leise schob sie den Stoff beiseite, öffnete das Fenster und kletterte nach draußen.“

Ich finde, in der Sparversion klingt der Satz viel besser :)

Advertisements

3 Gedanken zu “Weg mit den Adjektiven

    1. Dankeschön für den Fachausdruck :) Du hast Recht, nachdem die Darlings gekillt sind, erscheint der Text viel klarer.
      Tut es dir auch immer so weh, deine Darlings über die Klinge springen zu lassen? :)

    2. Angesichts der Tatsache, dass es sich „nur“ um das Verfassen von Texten handelt, mag das mit den „gekillten Darlings“ für den Einen oder Anderen vielleicht ein wenig überzogen klingen.

      Im Grunde ist ja selbst eine solche, sehr „angelsächsische Formulierung“ auch nur ein kleiner Schubser, welcher einen dazu bewegen kann, lieb gewonnene Schreib-Gewohnheiten aufzugeben. Solche halt, die einer Entfaltung des persönlichen Ausdruck auf Papier oder dem Schirm eher hinderlich sein können.

      Von „über die Klinge springen lassen“ ist also nicht die Rede. „Hinter sich lassen“ klingt da schon angemessener.

Ich freu mich über jeden Kommentar <3

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s