Schreibt das, was euch gefällt

Interessiert den Leser überhaupt, was ich schreibe? Mag er meinen Vampir, der ein Sonnenbad nach dem anderen nimmt und dabei nicht glitzert?
Oder sollte ich mich doch an die In-der-Sonne-funkel-Vampir-Schablone halten, die mit der Twilight-Saga von Stephenie Meyer so erfolgreich war? Oder die tradionelle, trotzdem erfolgreiche Dracula-Vampir-Schablone von Bram Stocker in meiner Geschichte benutzen?
Viele Autoren befinden sich Tag für Tag gedanklich auf einer Gratwanderung – soll ich das schreiben, was mir gefällt oder soll ich das schreiben, was meinen Lesern gefallen könnte?

Ich persönlich gehöre eindeutig zur Schreib-was-du-willst-Fraktion.

In meinen Augen hat ein Leser nichts davon, wenn einem Buch das Herzblut fehlt, weil der Autor sich gegen sein Herz entschieden und vermeintliche Erfolgsschablonen für Wesen, Figuren und Figurenkonstellationen verwendet hat. Ich finde, man merkt einem Buch an, wenn der Autor es nur mit dem halben Herzen geschrieben hat.

Also der große Appell an euch: Schreibt eure Geschichte so, wie sie EUCH gefällt.

Und wenn eure Ideen wirklich zu abgespaced und verrückt sind, dann wird euch das euer erster Testleser bestimmt sagen.
Dann könnt ihr euer Geschriebenes immer noch ein bisschen verändern, bis ihr die Waage zwischen Logik und euren tollen verrückten Ideen gefunden habt :)

Ich war auch eine Zeit lang auf dem Trip, zu schauen, was auf dem Markt gerade „in“ ist und das dann zu schreiben. Ich hatte große Pläne für eine Dystopie, weil der Buchmarkt gerade damit überschwemmt wird und sie echt gut laufen.
Doch dann habe ich gemerkt, dass es mit dem Schreiben und Planen einfach nicht klappt, weil mir Dystopien gar nicht so gut gefallen. Das, was ich geplant und vor allem geschrieben hatte, war auf gut Deutsch ziemlich kacke^^

Das habe ich zum Glück eingesehen – und jetzt schreibe ich das, worin ich mich wohl fühle und wonach ich selbst in der Buchhandlung greifen würde :)

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2 Gedanken zu “Schreibt das, was euch gefällt

  1. Da hast du dir ein echt tolles Thema ausgesucht. Denn mittlerweile ist es nicht nur das Problem, dass viele auf den Erfolg aufspringen wollen, sondern dass es anderen unterstellt wird, die gar nichts davon wussten. In beiden Fällen wird es mit dem Verkauf leicht und schwierig zugleich. Klar, es verkauft sich gut, aber gleichzeitig wird der Vergleich mit Werken wie Twilight keineswegs ausbleiben. Und das egal, ob die Vampirstory in die Richtung geht. Einigen Lesern scheint es bereits zu reichen, dass man einen Vampir – Love – Roman geschrieben hat. Dann wird man abgestempelt.

    1. Ja, du hast total recht, Marie-Luis, der Stempel „abgeschrieben“ ist flugs aufgedrückt, wenn das eigene Buch einem anderen erfolgreichen Buch nur in einem kleinen Punkt ähnelt.
      War ja bei Harry Potter auch so – alle Bücher, die nach Harry Potters Erscheinen von Magieschulen handelten, wurden erstmal schief angeguckt, obwohl die Autoren die Idee vielleicht viel früher hatten oder sich klar von Harry Potter abgegrenzt haben.
      Es ist wirklich schade, wenn man so schnell abgestempelt wird :( Man hat sich wahrscheinlich monatelang Mühe gegeben und dann wird das Buch mit einem „Ist dich wie Twilight“ abgeurteilt …
      Ich weiß aber nicht, was man so wirklich gegen diesen Abstempel- und Vergleichtrend machen kann …

Ich freu mich über jeden Kommentar <3

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